HofErtrag

Ost-West oder Süd-Ausrichtung auf dem Stalldach: Was passt zu Ihrem Verbrauch?

Die alte Regel „nur Süd lohnt sich“ ist überholt. Für Betriebe mit Verbrauch über den ganzen Tag ist Ost-West oft die wirtschaftlichere Wahl.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Lesezeit ca. 4 Minuten

Solaranlage auf einem Stalldach

Die kurze Antwort

Ein Süddach liefert je kWp etwa 5 bis 10 Prozent mehr Jahresertrag, konzentriert ihn aber auf die Mittagsstunden. Ost-West verteilt die Produktion auf Morgen und Abend, passt besser zu Melk- und Fütterungszeiten und bringt mehr nutzbare Module aufs Dach, weil sich beide Dachhälften belegen lassen.

Was Süd wirklich besser macht, und was nicht

Ein nach Süden geneigtes Dach mit 30 bis 35 Grad erreicht den höchsten spezifischen Ertrag, konservativ gerechnet rund 950 kWh je kWp und Jahr, in Süddeutschland bis zu 1.100 kWh, im Norden eher 850 bis 950 kWh. Ost-West-Belegungen liegen je nach Neigung 5 bis 15 Prozent darunter.

Für die Wirtschaftlichkeit zählt aber nicht der Bruttoertrag, sondern der Anteil, den Sie selbst verbrauchen. Und da spielt Ost-West seine Stärke aus: Strom fließt schon zur Morgenmelkzeit und noch am späten Nachmittag, wenn Süd bereits stark abfällt.

Das Lastprofil entscheidet

Milchviehbetriebe mit zwei Melkblöcken, Lüftung in Ställen oder Hofläden mit Kühltheken haben morgens und abends Lastspitzen. Ost-West deckt diese direkt, ohne Speicher. Reine Mittagsverbraucher wie Bewässerung oder Trocknung profitieren dagegen vom Süddach.

Wer unsicher ist: Der Netzbetreiber oder Ihr Stromversorger stellt bei leistungsgemessenen Betrieben Lastgangdaten bereit. Ein Blick auf die Tageskurve beantwortet die Ausrichtungsfrage meist eindeutig.

Der Flächeneffekt bei Ost-West

Auf einem First-Süd-Dach ist nur eine Hälfte optimal nutzbar. Bei Ost-West-Firstrichtung lassen sich beide Dachflächen voll belegen, unterm Strich stehen damit oft 60 bis 80 Prozent mehr Modulfläche zur Verfügung. Mehr installierte Leistung schlägt den geringeren spezifischen Ertrag in der Gesamtbilanz häufig deutlich.

MerkmalSüdOst-West
Modulflächenur eine Dachhälfte optimalbeide Flächen, 60 bis 80 % mehr
Ertrag je Modulam höchstenetwas geringer
Erzeugungsprofilhohe Mittagsspitzeflacher, Tagesränder stärker
Passt zumaximaler Ertrag je kWpTagesrandverbrauch, begrenztes Budget

Auch netzseitig ist Ost-West gutmütiger: Die flachere Mittagsspitze reduziert Abregelungsverluste durch die 60-Prozent-Regel und entschärft Negativpreis-Stunden, die sich um die Mittagszeit häufen.

Praxisempfehlung

Prüfen Sie zuerst, welche Dachflächen überhaupt tragfähig und unverschattet sind: die Statik entscheidet vor der Himmelsrichtung. Dann gilt: hoher Tagesrandverbrauch oder begrenztes Budget je kWp spricht für Ost-West, maximaler Ertrag je Modul für Süd.

In unserem Rechner können Sie beide Varianten über die Dachfläche abbilden und die Ergebnisse direkt vergleichen.

Noch unsicher, was zu Ihrem Hof passt?

Der kostenlose PV-Finder führt Sie in drei kurzen Fragen zum passenden Themenbereich.

PV-Finder starten

Was bringt PV auf Ihrem Dach?

Geben Sie Dachfläche, Verbrauch und Strompreis ein und sehen Sie in 60 Sekunden Anlagengröße, Ersparnis und Amortisation.

Jetzt Wirtschaftlichkeit berechnen

Nächster Schritt

Komplettanlage mit Montage anfragen

Wer die Anlage schlüsselfertig möchte, erhält über einen spezialisierten Anbieter ein individuelles Angebot inklusive Installation, mit Ertrags- und Renditeberechnung. Unverbindlich und in wenigen Tagen, damit Sie die Kosten für Ihren Hof belastbar einordnen können.

Kostenlos anfragen

Anzeige · Partner-Link. Besteht ein Partnerprogramm, erhalten wir für Vermittlungen ggf. eine Provision, für Sie ohne Mehrkosten. Mehr in der Affiliate-Offenlegung.

Häufige Fragen

Wie viel Ertrag kostet die Ost-West-Ausrichtung?

Je nach Dachneigung 5 bis 15 Prozent gegenüber einem idealen Süddach. Bei flachen Neigungen um 10 bis 20 Grad ist der Unterschied am kleinsten.

Lohnt sich auch ein reines Norddach?

In der Regel nicht als Hauptfläche. Bei sehr flacher Neigung unter 15 Grad und günstigen Modulpreisen kann eine Nordbelegung als Ergänzung rechnerisch aufgehen, sie bleibt aber die letzte Option.

Welche Ausrichtung ist besser mit Speicher?

Mit Speicher verliert die Ausrichtungsfrage an Gewicht, weil Überschüsse zeitversetzt genutzt werden. Süd plus Speicher und Ost-West ohne Speicher liegen wirtschaftlich oft nahe beieinander.

Was gilt bei Flachdächern auf Hallen?

Auf Flachdächern wird die Ausrichtung frei aufgeständert. Ost-West-Systeme mit 10 bis 15 Grad Neigung sind hier Standard, weil sie die Fläche am dichtesten belegen und wenig Ballast brauchen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung dar. Alle Zahlen sind unverbindliche Richtwerte auf Basis öffentlich verfügbarer Marktdaten (Stand Juli 2026) und können sich ändern. Verbindliche Konditionen erhalten Sie bei einem Fachbetrieb sowie Ihrem Steuerberater.

Weiterlesen