Eigeninvestition oder Dach verpachten. Welches Modell passt zu Ihrem Betrieb?
Es ist die Weggabelung jeder Hof-PV-Überlegung: selbst bauen und die volle Rendite ernten, oder Dach beziehungsweise Fläche verpachten und ohne Kapitaleinsatz kassieren. Beide Wege sind legitim, aber sie passen zu unterschiedlichen Betrieben.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Lesezeit ca. 4 Minuten
Die kurze Antwort
Die Eigeninvestition bringt über 20 Jahre meist ein Vielfaches der Pachteinnahmen, typische Amortisation 8 bis 12 Jahre, danach fast kostenfreier Strom. Die Dachverpachtung bringt nur rund 3 bis 4 € je m² und Jahr, dafür null Investition und null Risiko. Faustregel: Wer viel eigenen Strom verbrauchen kann, investiert; wer weder Kapital noch Verbrauch hat, verpachtet.
Modell 1: Selbst investieren
Sie kaufen die Anlage, tragen Investition und Betrieb und erhalten dafür den gesamten Nutzen: eingesparte Stromkosten plus Einspeisevergütung. Bei hohem Eigenverbrauch liegt der Jahresnutzen einer 100-kWp-Anlage bei gut 13.000 €. Die vollständige Rechnung steht im Artikel Amortisation und Rendite.
Dem stehen Kapitalbindung, Finanzierung (etwa über KfW 270) und die Verantwortung für Wartung und Versicherung gegenüber.
Modell 2: Dach oder Fläche verpachten
Bei der Dachverpachtung baut und betreibt ein Investor die Anlage auf Ihrem Gebäude; üblich sind rund 3 bis 4 € je m² Dachfläche und Jahr, teils kombiniert mit einer Dachsanierung als Gegenleistung. Bei Freiflächen zahlen Projektierer deutlich mehr. Die Spannen zeigt der Artikel Pachtpreise 2026.
Sie tragen kein Investitionsrisiko, binden sich aber 20 bis 30 Jahre vertraglich und geben die Kontrolle über das Dach weitgehend ab. Worauf Sie achten müssen, steht unter Vertragsfallen bei der Verpachtung.
Der ehrliche Rendite-Vergleich
Ein 2.000-m²-Stalldach trägt rund 300 kWp. Verpachtet bringt es etwa 6.000 bis 8.000 € pro Jahr. Selbst betrieben liegt der Jahresnutzen je nach Eigenverbrauch bei 21.000 bis 29.000 €. Nach Abzug von Kapitalkosten bleibt langfristig ein Mehrfaches der Pacht. Die Eigeninvestition gewinnt den reinen Zahlenvergleich fast immer.
| Modell | Beispiel: 300 kWp auf 2.000 m² Dach | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Selbst investieren | 21.000 bis 29.000 € Jahresnutzen | Kapital, Tagverbrauch, Betreiberrolle |
| Verpachten | 6.000 bis 8.000 € Pacht pro Jahr | keine, planbar und ohne Aufwand |
Aber: Sie gewinnt ihn nur, wenn Kapital oder Kreditlinie vorhanden sind, der Betrieb Strom tagsüber verbrauchen kann und jemand die Betreiberrolle ausfüllen will. Fehlt eines davon, ist die Verpachtung kein Verlust, sondern die passende Lösung.
Entscheidungshilfe in vier Fragen
Erstens: Können Sie 30 Prozent oder mehr des Solarstroms selbst verbrauchen? Zweitens: Sind Kapital oder günstige Finanzierung verfügbar? Drittens: Bleibt der Betrieb die nächsten 20 Jahre bestehen (Hofnachfolge)? Viertens: Wollen Sie Betreiberpflichten übernehmen? Viermal Ja spricht klar für die Eigeninvestition.
Bei zwei- bis dreimal Ja lohnt der Mittelweg: klein selbst investieren (etwa 30 kWp für den Eigenverbrauch) und große Restflächen verpachten. Rechnen Sie Ihre Variante mit dem Rechner durch, bevor Sie mit Investoren sprechen.
Noch unsicher, was zu Ihrem Hof passt?
Der kostenlose PV-Finder führt Sie in drei kurzen Fragen zum passenden Themenbereich.
Was bringt PV auf Ihrem Dach?
Geben Sie Dachfläche, Verbrauch und Strompreis ein und sehen Sie in 60 Sekunden Anlagengröße, Ersparnis und Amortisation.
Jetzt Wirtschaftlichkeit berechnenNächster Schritt
Komplettanlage mit Montage anfragen
Wer die Anlage schlüsselfertig möchte, erhält über einen spezialisierten Anbieter ein individuelles Angebot inklusive Installation, mit Ertrags- und Renditeberechnung. Unverbindlich und in wenigen Tagen, damit Sie die Kosten für Ihren Hof belastbar einordnen können.
Kostenlos anfragenAnzeige · Partner-Link. Besteht ein Partnerprogramm, erhalten wir für Vermittlungen ggf. eine Provision, für Sie ohne Mehrkosten. Mehr in der Affiliate-Offenlegung.
Häufige Fragen
Wie viel Pacht bekomme ich für mein Stalldach?
Üblich sind rund 3 bis 4 € je m² nutzbarer Dachfläche und Jahr, abhängig von Zustand, Statik und Netzanschluss. Manche Investoren bieten stattdessen eine Dachsanierung plus geringere Pacht.
Kann ich verpachten und trotzdem günstigen Strom bekommen?
Teilweise. Manche Pachtmodelle enthalten ein Stromliefer-Paket zu Vorzugskonditionen. Das ist verhandelbar und sollte ausdrücklich im Vertrag stehen.
Was passiert bei Hofübergabe oder Verkauf?
Pachtverträge binden in der Regel auch Rechtsnachfolger und werden im Grundbuch gesichert. Klären Sie die Nachfolgefrage vor der Unterschrift, 20 bis 30 Jahre Laufzeit betreffen die nächste Generation.
Ist ein Mittelweg aus beiden Modellen möglich?
Ja. Viele Betriebe bauen eine eigene Anlage für den Eigenverbrauch und verpachten zusätzliche Dächer oder Flächen an einen Investor. So kombinieren Sie Rendite und planbare Pacht.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung dar. Alle Zahlen sind unverbindliche Richtwerte auf Basis öffentlich verfügbarer Marktdaten (Stand Juli 2026) und können sich ändern. Verbindliche Konditionen erhalten Sie bei einem Fachbetrieb sowie Ihrem Steuerberater.
Weiterlesen