Amortisation und Rendite von Hof-PV: drei Rechenbeispiele nach Anlagengröße
„Wann habe ich das Geld wieder drin?“ ist die wichtigste Frage vor jeder PV-Investition. Hier rechnen wir sie für drei typische Anlagengrößen transparent durch, mit denselben Annahmen wie unser Rechner.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Lesezeit ca. 4 Minuten
Die kurze Antwort
Eine 30-kWp-Anlage amortisiert sich bei hohem Eigenverbrauch in rund 9 bis 11 Jahren, eine 100-kWp-Anlage in 8 bis 11 Jahren, große Anlagen ab 300 kWp je nach Eigenverbrauchsanteil in 8 bis 12 Jahren. Danach folgen 15 bis 20 Jahre mit weitgehend kostenfreiem Strom.
Die Annahmen. Offen auf dem Tisch
Wir rechnen konservativ mit 950 kWh Ertrag je kWp und Jahr, einem Netzstrompreis von 25 ct/kWh, Betriebskosten von 1,5 Prozent der Investition pro Jahr und den Einspeisesätzen seit August 2026 (7,70 / 6,66 / 5,44 ct/kWh je nach Größenklasse). Investitionskosten: 1.300 €/kWp bis 30 kWp, 1.050 €/kWp bis 100 kWp, 850 €/kWp bis 300 kWp.
Genau diese Werte nutzt auch unser Wirtschaftlichkeits-Rechner. Artikel und Tool widersprechen sich also nicht. Details zu den Preisen finden Sie unter Was kostet eine PV-Anlage.
Beispiel 1: 30 kWp auf dem Maschinenhallen-Dach
Investition rund 39.000 €, Jahresertrag 28.500 kWh. Bei 60 Prozent Eigenverbrauch ersetzen 17.100 kWh Netzstrom (4.275 € gespart), 11.400 kWh werden mit im Schnitt gut 7 ct vergütet (rund 830 €). Abzüglich 585 € Betriebskosten bleiben etwa 4.500 € Jahresnutzen, Amortisation nach knapp 9 Jahren.
Sinkt der Eigenverbrauch auf 30 Prozent, verlängert sich die Amortisation auf rund 12 Jahre. Der Eigenverbrauchsanteil ist der stärkste Hebel der ganzen Rechnung.
Beispiel 2: 100 kWp auf dem Stalldach
Investition rund 105.000 €, Jahresertrag 95.000 kWh. Bei 50 Prozent Eigenverbrauch spart der Betrieb 11.875 € Stromkosten, die Einspeisung von 47.500 kWh bringt gut 2.900 €. Nach Abzug von 1.575 € Betriebskosten ergibt sich ein Jahresnutzen von etwa 13.200 €, Amortisation nach rund 8 Jahren.
Typisch ist dieses Szenario für Milchviehbetriebe mit Melkrobotern und Milchkühlung, deren Lastprofil gut zur Erzeugung passt.
Beispiel 3: 300 kWp auf Halle und Scheune
Investition rund 255.000 €, Jahresertrag 285.000 kWh. Solche Anlagen speisen meist einen größeren Teil ein; bei 35 Prozent Eigenverbrauch stehen rund 24.900 € Ersparnis und Einspeiseerlös pro Jahr gegen 3.825 € Betriebskosten, Amortisation nach etwa 12 Jahren, bei höherem Eigenverbrauch entsprechend schneller.
Ab 100 kWp gilt die Pflicht zur Direktvermarktung; die Vermarktungskosten sind in seriösen Angeboten bereits eingerechnet.
Die drei Beispiele nebeneinander:
| Anlage | Investition | Eigenverbrauch | Jahresnutzen | Amortisation |
|---|---|---|---|---|
| 30 kWp | rund 39.000 € | 60 % | rund 4.500 € | ca. 9 Jahre |
| 100 kWp | rund 105.000 € | 50 % | rund 13.200 € | ca. 8 Jahre |
| 300 kWp | rund 255.000 € | 35 % | rund 21.000 € | ca. 12 Jahre |
Zwei Hebel lassen diese Beispiele bewusst weg: Ein Batteriespeicher hebt den Eigenverbrauch, kostet aber extra und drückt die Rendite meist eher, als er sie hebt. Und steuerlich verbessern Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung die Rendite regelbesteuerter Betriebe spürbar. Beides rechnet sich im Einzelfall am besten mit dem Steuerberater durch.
Rendite über 20 Jahre gedacht
Nach der Amortisation produziert die Anlage weiter. Module halten 25 bis 30 Jahre. Über 20 Jahre gerechnet erreichen Hof-Anlagen mit gutem Eigenverbrauch interne Verzinsungen, die deutlich über typischen Festgeld- oder Pachtrenditen liegen. Prüfen Sie Ihre eigenen Werte im Rechner und lesen Sie vorher die häufigsten Planungsfehler. Falsche Annahmen sind der größte Renditekiller.
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Häufige Fragen
Welche Amortisationszeit ist realistisch?
Für Hof-Anlagen mit solidem Eigenverbrauch sind 8 bis 12 Jahre realistisch. Kürzere Werte erreichen Betriebe mit hoher Tageslast, längere ergeben sich bei reiner Einspeisung oder ungünstiger Dachausrichtung.
Rechnet sich PV auch bei steigenden Zinsen?
Ja, solange die Gesamtrendite über dem Kreditzins liegt. Mit einem KfW-270-Kredit ab etwa 3,5 Prozent effektiv bleibt bei 8 bis 12 Jahren Amortisation ein deutlicher Puffer.
Wie sicher ist der kalkulierte Ertrag?
Der Stromertrag je kWp schwankt von Jahr zu Jahr nur wenig und lässt sich mit 950 kWh je kWp konservativ planen. Unsicherer sind Strompreis und Eigenverbrauchsanteil. Rechnen Sie beide Szenarien durch.
Verändert die Steuer die Rechnung?
Bis 30 kWp sind Anlagen einkommensteuerfrei, darüber gelten normale Regeln mit Abschreibung. Details im Artikel „PV und Steuern im Agrarbetrieb“; für die Amortisation vor Steuern ändern sich die Beispiele nicht.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung dar. Alle Zahlen sind unverbindliche Richtwerte auf Basis öffentlich verfügbarer Marktdaten (Stand Juli 2026) und können sich ändern. Verbindliche Konditionen erhalten Sie bei einem Fachbetrieb sowie Ihrem Steuerberater.
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